Predigt: Ein Wort gegen die Angst! zum Sonntag Judika

Liebe Schwestern und Brüder aus Tannenberg und Geyer, liebe Gäste

Vor zwei Jahren haben die Gemeinden in Tannenberg und Geyer den Sinnenpark im Rathaus in Geyer veranstaltet.

Darin war ein Raum enthalten, der die Sturmstillung aus Markus 4 darstellte.

Alle Besucher konnten sich in ein Boot setzen und medial wurde Sturm und Gewitter, akustischer Geräusche von Donnern und Grollen eingespielt.

Ganz gut konnte man sich in die Lage der Jünger versetzen, die damals im Boot saßen, als das Meer tobte und die Wellen in das Boot schwappten.

Und dies mit solcher Wucht, dass das Boot zu kentern drohte.

Jesus unterdessen schlief und ließ sich von dem ganzen Vorkommnissen nicht beunruhigen.

In Panik weckten die Jünger Jesus auf und bedrängten ihn etwas zu unternehmen.

Als Jesus den Sturm gestillt hatte, fragte er die Jünger:

Warum seid ihr so furchtsam, habt ihr noch keinen Glauben?“

Diese Geschichte aus dem Markusevangelium bildet ganz gut ab, was gerade in unserem Land und weltweit geschieht.

Die Todesfälle durch Covit 19 sind tragisch und auch ernst zu nehmen.

Und dennoch habe ich das Gefühl, dass ein viel schlimmerer Virus die Runde macht und mittlerweile fast alle Menschen, Völker und Nationen infiziert hat.

Ich spreche von der Angst, der Furcht vor dem Tod und einer möglichen Ansteckung.

Angst lähmt, Angst lässt uns nicht mehr klar denken.

Angst kann uns in Panik versetzen.

Nach den Psychologen ist „Angst ein Gefühl, das sich bei tatsächlicher oder nur vorgestellter Gefahr einstellt.“

John Wayne prägte den Ausspruch:

„Mut ist, wenn man Todesangst hat, aber sich trotzdem in den Sattel schwingt.“

Schauen wir einmal realistisch auf die Zahlen.

Statistisch gesehen sind im Jahr 2017/ 2018 über 25.000 Deutsche an der Grippe (Influenza) gestorben.

Eine enorm hohe Zahl.

Damals hat niemand eine Panik verbreitet, Ausgangssperren verhängt oder gar den nationalen Notstand ausgerufen.

Geschweige denn darüber geredet.

Aber jetzt gilt unsere ganze Aufmerksamkeit diesem Virus, den es Forschern nach schon seit Jahrzehnten gibt und der auch Teil anderer vergangener Grippewellen war.

Das sei nur am Rande erwähnt, denn ich möchte nicht mit Ausführungen über die jetzige Krise langweilen.

Jedoch möchte ich auf etwas aufmerksam machen, das uns das Wort Gottes lehrt und mit auf den Weg gibt.

In jeder Lebenslage, gerade auch im Sturm und in den schwierigen Zeiten gerade nicht auf die Gefahr zu schauen. Das bedeutet nicht diese zu ignorieren, sondern auf Gott zu schauen.

  • Petrus versinkt in den Fluten, als er von Jesus wegschaut und auf die Gefahr der Wellen sich konzentriert. (Als er aber den Sturm sah, fürchtete er sich und da er zu sinken anfing, schrie er: „Heer, rette mich.“ – Matthäus 14,30)
  • Petrus wird zum Verleugner, als er sich von der Angst gefangen nehmen lässt.

Noch weitere Geschichten ließen sich hier anschließen.

Was bedeutet dies nun für uns?

In aller Vorsicht, in aller Beachtung auch der Dinge, die diese Zeit erfordert will uns Gott stärken.

Dabei macht uns sein Wort Mut eben nicht in die Angstgesänge unserer Zeit einzustimmen und dem Geist der Furcht Raum zu geben.

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne auf einige Bibelstellen eingehen, die diese Botschaft transportieren.

Der 1. Johannesbrief spricht zum Beispiel davon:

„In der Liebe ist keine Furcht, denn die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.“

Es ist also ein wenig wie in der Physik, die sagt, dass dort, wo ein Gegenstand ist kein anderer sein kann.

Übertragen auf unser Thema bedeutet das, wo Furcht ist, kann kein Vertrauen sein und wo Zuversicht in die Kraft Gottes ist, muss die Angst weichen.

Ich glaube, dass dies sehr wichtig ist, damit wir den Blick Gottes auf unsere Zeit nicht verlieren und sich in uns nicht ein Gefühl der Ohnmacht, Hilflosigkeit und Panik breit macht.

Gott hat seine Kirche durch Christenverfolgungen, durch Pestzeiten wie sie im 30jährigen Krieg passiert sind, durch die schwere Zeit des Nationalsozialismus und auch Repressalien der kommunistischen Ära geführt.

Er hat Israel neu erstehen lassen nach einer fast 2000 jährigen weltweiten Zerstreuung.

In allem Chaos, in allen Kriegen und allem Durcheinander, welches auch durch uns Menschen mit verursacht wurde und wird, verliert er doch nicht die Kontrolle über unsere Erde, unser Leben und die jetzige Situation.

So ruft es uns der Psalm 24, 1 zu:

Dem Herrn gehört die ganze Erde und alles, was auf ihr lebt.

Gott bleibt der Herr der Geschichte und sein Reich hat kein Ende.

Das dies mit einem Ringen und auch geistlichen Kämpfen verbunden ist, davon berichtet die Bibel mit ihren Zeugnissen und Geschichten.

Wir können uns eben nicht auf die Couch setzen und erwarten, dass Gott alles richten wird.

Aber ich glaube, dies erwartet auch niemand.

Vielmehr fordert uns sein Wort auf unsere Zuversicht und Stärke in ihm zu suchen:

Jesja 35,3+4 sagt:

Stärkt die müden Hände und erquickt die wankenden Knie! Sagt den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, euer Gott, …. Gott kommt und wird euch helfen.…

Dies hat David zum Beispiel im alten Testament immer wieder vorgelebt.

In den ausweglosesten Situationen hat er Gottes Gegenwart und seinen Ratschluss gesucht und hat dadurch Stärkung und neue Wegweisung erfahren.

Denn auch er kämpfte mit der Angst!

Er war nicht frei davon.

Aber er wusste wie er damit umgehen musste.

Ein Beispiel:

Als die Amalekiter, die Feinde Israels, die Frauen und Kinder aus der Stadt Ziklag entführt hatten, drohte das eigene Volk und die Krieger gegen David aufzustehen und ihn sogar zu töten.

So lesen wir es in 1. Samuel 30,6:

Und David war sehr geängstet, denn das Volk wollte ihn steinigen.

Denn alle waren verbittert um der Söhne und Töchter willen, die entführt worden waren.

Wir werden hier Zeuge einer lebensbedrohlichen Situation.

Die Amalekiter haben die Frauen, die Töchter und Söhne einer ganzen Stadt geraubt.

Außerdem haben sie die Stadt in Schutt und Asche gelegt.

Nun sieht es so aus, als ob der Volkszorn sich an David entlädt.

Er soll dafür büßen und soll gesteinigt werden.

Wie reagiert nun David in dieser Situation?

Dreht er durch?

Oder fängt er an sich zu recht fertigen oder sucht das Volk zu beruhigen?

Da suchte David Zuflucht bei seinem Gott (Luther schreibt: David stärkte sich in dem Herrn), und das Vertrauen auf den Herrn gab ihm wieder Mut und Kraft.

Gott schenkt David in der Zeit der inneren Einkehr und des Gebets Weisheit und klare Anweisungen.

Und Gott antwortet: (1. Samuel 30,8)

Der Herr sprach zu David: Jage ihnen nach; denn du wirst sie gewiss einholen und wirst gewiss Rettung schaffen.“

Mit dieser Zusage Gottes im Gepäck sammelt David 600 Männer und macht sich auf den Weg.

Die Krieger Israels jagen den Feinden nach und ihnen gelingt es alle wohl behalten zurück zu bringen. (Vers 19 David brachte alles wieder)

Alle Söhne und Töchter, alle Frauen und sogar die ganze Beute, die geraubt worden war, konnte gesichert werden.

Nicht auszudenken, wenn der Zorn der Menge David getötet hätte.

Sie hätte sich versündigt und wären wahrscheinlich auch nicht aus Furcht heraus den Feinden nachgejagt.

Sich in Gottes Gegenwart stärken, bei ihm Zuflucht suchen.

Das scheint ein gutes Rezept der Bibel gegen Angst, gegen Panik, gegen Unbedachtheit und Hoffnungslosigkeit zu sein.

Denn bei ihm ist Licht.

Bei ihm ist Zuversicht.

Bei ihm ist Leben.

Diese Burg können wir betreten.

Unseren Blick können wir von den Wellen auf Gott hin lenken.

Uns selbst und dann auch andere beruhigen und beistehen.

Ich glaube fest, dass dies die Aufgabe von uns Christen in dieser Zeit ist.

Eben einen Unterschied zu machen.

Nicht noch Öl in die Vulkane der Angst zu gießen, sondern wie David Stärke und Weisung von Gott zu empfangen und diese dann in die aufgescheuchte Welt und zu unruhigen Seelen weiter zu tragen.

Dies wird in Zukunft mehr und mehr vonnöten sein.

Denn Gott hat uns keinen Geist der Furcht, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben.

2. Timotheus 1,7

In diesem Sinne grüße ich Sie und euch ganz herzlich mit dieser Kurzpredigt.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn.

Amen.

Kurzpredigt zum 29.3.2020/Judika/ Thomas Stiehl

6 Comments

  1. Heimo

    Amen. Sei gesegnet für diese guten und mutmachenden Worte. Ja unser HERR Jesus lebt und wird bewahren. Amen. Schalom.

  2. Esther Weiße

    Lieber Thomas,
    danke, dass du deine Gedanken zu Gottes Wort an diesem Sonntag mit uns teilst. Sei behütet mit deiner Familie.
    Liebe Grüße, Esther und Familie

  3. Ria Dietzsch

    Das ist heute ein großer Trost für mich. Ich habe auch großes Vertrauen zu unserem Herrn. Er wird uns wie David auch helfen ,aus dieser Krise heraus zu kommen. Nur mit Vertrauen und beten werden wir das allein sein überwinden. Deshalb ist so eine Predigt so wertvoll. Vielen Dank bis zum nächsten mal ,lieber Thomas

  4. Uta Rast

    Vielen Dank für die ermutigenden Worte, sie haben meinen Fokus wieder auf Jesus unseren Herrn und Heiland der Welt gerichtet.

  5. Max Gunter Tuchscheerer

    Sehr geehrter Herr Pfarrer Stiehl,
    was Sie sagen/predigen triftt es wieder/gewohnt auf den Punkt. Es ist schön Ihnen zuzuhören!
    Wir wünschen Ihnen/Ihrer Familie, allen anderen -und uns- alles Gute und beste Gesundheit!
    Man sieht sich!
    M.+G. Tuchscheerer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.